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Psychologie des Tarot


Sallie Nichols
4. Auflage, Kempten 1996, ISBN 3-7157-0202-8


Geeignet ist dieses 480 Seiten schwere Buch fr Leute, die sich ein bisschen mit Psychoanalyse und schon genauer mit Mythologie befasst haben. Fr einen Tarot-Anfnger ist es schwierig, aber dennoch anregend.

Sallie Nichols bringt in ihrer beeindruckenden Beschftigung mit den groen Arkana des Tarot neben Alltagsbezgen auch vielschichtige, sinnerhellende Bezge zu gestaltender Kunst und Literatur, sowie Verweise zu Mythologie und C.G. Jungs Archetypenlehre, was beim Leser gewisse Kenntnisse meist voraussetzt.

Nichols bezieht auch Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben in ihre Arbeit an den Tarotkarten mit ein und veranschaulicht sodamit auf sehr bezeugende Weise, welch groe Bedeutung der individuelle Zugang zum Tarot fr das eigene Erkennen haben kann.
Als Bezugsgrundlage dient Sallie Nichols der Tarot de Marseille, eines der ltesten Tarotbltter und der einzige Tarot, zu dem kein fertiger Text mitberliefert ist, welcher die Trmpfe in kulturspezifische Symbolik oder in bestimmte religiöse Lehren einbettet, wie das etwa bei Rider Waite oder Crowley der Fall ist. Sie bezeichnet deshalb den Tarot de Marseille als den "autentischsten" unter den Tarotblttern. Der Tarot de Marseille kommt so ihrem Anliegen einer individuellen Aufschlsselung auf besondere Weise entgegen.
uerst aufschlureich und berzeugend ist auch Nichols Kritik am Rider Waite-Tarot. Sie arbeitet heraus, wo der Rider-Waite Tarot ihres Erachtens nur Teil-Aspekte eines viel umfassenderen Archetyps bzw. seiner psychologischen Konflikthaftigkeit illustriert (z.B. Hohepriesterin, Wagen etc.)

Wer den Tarot tiefer erforschen und nicht nur fertige Bedeutungen rezitieren will, wer sich mit "Lehrbchern" zum Tarot nicht zufrieden geben will, der sollte sich diesen Titel auf jeden Fall merken. Es lohnt sich!



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Scintilla 2002/03