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Über die Möglichkeit, in Beziehungen glücklich zu sein


In seinem Buch "Gespräche mit Gott" (ISBN 3 442 30737 6) stellt Neale Donald Walsch folgende Fragen, welche so viele Menschen bewegen:


Wann werde ich genug über Beziehungen lernen, um imstande zu sein, sie reibungslos verlaufen zu lassen? Gibt es irgendeine Möglichkeit, in Beziehungen glücklich zu sein? Müssen sie denn ständig eine solche Herausforderung darstellen?

Und er erhält eine Antwort:

Der Zweck einer Beziehung ist der, dass ihr entscheidet, welchen Teil von euch selbst ihr gerne "sich zeigen" lassen würdet, und nicht, welchen Teil des anderen ihr einfangen und festhalten könnt.

Beziehungen - wie alles im Leben - können nur einen einzigen Sinn und Zweck haben: nämlich den, dass ihr seid und entscheidet, wer-ihr-wirklich-seid. Es ist sehr romantisch zu sagen, dass ihr "nichts" wart, bevor dieser andere Mensch daherkam, doch das stimmt nicht. Schlimmer noch - ihr setzt damit die andere Person unter unglaublichen Druck, alles mögliche sein zu müssen, was sie gar nicht ist. Weil sie euch nicht enttäuschen möchte, strengt sie sich an im Versuch, all diese Dinge zu sein und zu tun, bis sie nicht mehr kann. Sie vermag euer Bild von ihr nicht mehr auszumalen. Sie kann die Rolle nicht mehr länger erfüllen, die ihr zugewiesen wurde. Ihr Unmut steigert sich - bis hin zur Wut.
Schließlich beginnt diese andere Person, um sich selbst (UND die Beziehung) zu retten, wieder ihr wahres Selbst einzufordern, und handelt stärker in Übereinstimmung mit dem wer-sie-wirklich-ist. Etwa zu dieser Zeit sagt ihr dann, dass sie sich "wirklich verändert" hat.

Es ist sehr romantisch zu sagen, das ihr euch nun, wo diese andere besondere Person in euer Leben getreten ist, vollständig fühlt. Doch der Sinn und Zweck einer Beziehung besteht nicht darin, dass ihr eine andere Person habt, die euch vervollständigt, sondern darin, dass ihr mit dieser anderen Person eure Vollständigkeit teilen könnt. (...)

Die meisten von euch beginnen jene Jahre, in denen ihr anfangt, feste Beziehungen einzugehen, voller Erwartung, mit großer sexueller Energie, mit einem weit offenen Herzen und einer freudigen, wenn nicht sogar begierigen Seele. Irgendwann zwischen vierzig und sechzig (in den meisten Fällen früher als später) habt ihr euren großartigsten Traum aufgegeben, eure höchste Hoffnung fallenlassen und euch mit eurer niedrigsten Erwartung eingerichtet - oder mit gar nichts.
Das Problem ist so grundlegend, so einfach, und wird doch auf so tragische Weise missverstanden: euer großartigster Traum, eure höchste Vorstellung, eure liebste Hoffnung hatte mit der geliebten ANDEREN Person zu tun, statt mit eurem geliebten Selbst. Der Test eurer Beziehungen war darauf ausgerichtet, wie gut die andere Person EUREN Ideen und Vorstellungen entsprach, und wie gut ihr selbst ihren Ideen und Vorstellungen entsprochen habt. Doch der einzig wahre Test besteht darin, wie gut ihr euren Ideen und Vorstellungen entsprecht. (...)

Lasst jede in einer Beziehung befindliche Person sich nicht um den anderen sorgen, sondern sich ausschließlich um das Selbst. Die Ursachen für das Scheitern eurer Beziehungen liegen im Augenmerk, das ihr auf den anderen richtet, in eurer Besessenheit vom anderen. Doch spielt es keine Rolle, was das andere Wesen denkt, erwartet, plant. Eine Rolle spielt nur, was DU in BEZIEHUNG dazu bist. Die Person, die am meisten liebt, ist die, die selbst-zentriert ist.

Quelle: Neale Donald Walsch: Gespräche mit Gott, Seite 187-192
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